Staatsehrenpreis für Familie Hoffarth in Lohra

Im mehrjährigen Abstand wird ein Staatsehrenpreis für besondere Erfolge in der Fleischrinderzucht in Hessen vergeben und ist somit eine Auszeichnung von sehr hoher Wertschätzung. Dieser Ausnahmecharakter kam bei der Laudatio von Staatsministerin Priska Hinz auf dem Hof von Dieter und Claudia Hoffarth, Lohra, auch entsprechend zum Ausdruck. Staatsministerin Hinz unterstrich dabei die gesamte betriebliche Entwicklung, die die Familie Hoffarth auf ihrem Hof vollzogen hat. Die ursprünglich dominierende Schweinehaltung wurde wegen fehlender Perspektiven eingestellt und parallel mit dem Aufbau der Angusherde stellten Dieter und Claudia Hoffarth den Betrieb auf Biostatus um und schlossen sich dem Naturlandverband an. Einen weiteren wichtigen Betriebszweig stellt die sehr erfolgreich betriebene Zucht von Welsh-Cob-Ponys dar, die mit Haltung von Pensionspferden ergänzt wird, wobei auch dieser Bereich mit herausragenden Standards seitens des Tierwohls ausgestattet ist. Als sehr sinnvoll hat sich auch die Ergänzung der Mast von Puten herausgestellt, die ebenfalls im Bereich der Direktvermarktung abgesetzt werden. Bei allen baulichen Maßnahmen und Erweiterungen im Bereich der Rinder- und Pferdezucht hatten die Anforderungen der artgerechten Tierhaltung oberste Priorität, so dass alle Gruppen der Angusherde während der Wintersaison in großzügig dimensionierten Laufställen auf Zweiraumbasis untergebracht sind.

Die züchterische Entwicklung der Angusherde der Familie Hoffarth ist durch die konsequente Umsetzung der Zuchtzielvorgaben und gekonnte Selektion auf der männlichen und weiblichen Seite gekennzeichnet. Bekannte und sehr erfolgreiche Ausstellungskühe waren die Hampel-Tochter "Malou" und deren Tochter "Mona", die Siegertitel bei überregionalen Schauen zugesprochen bekamen und auch heute noch an der Basis einer sehr sicheren Kuhfamilie stehen. Eine weitere herausragende Stammkuh der Herde ist die Pluto-Tochter "Heidin", die ebenfalls Landessiegerin wurde und von der eine große Anzahl hervorragender Nachkommen im Betrieb ist bzw. zur Zucht verkauft werden konnte.

Als Indiz für die Wichtigkeit guter Kuhfamilien in der züchterischen Arbeit des Betriebes Hoffarth ist auch die aktuelle Landessiegerin, die Rocky-Tochter "Maxima", anzusehen, die auf sehr langlebige und besonders fruchtbare Kühe der Kuhfamilie zurückgeht. Die Beteiligung bei wichtigen züchterischen Konkurrenzen, wie dem Hessischen Fleischrindertag ist Alsfeld und auch Bundesschauen in Verden, Alsfeld oder Berlin, ist für die Familie Hoffarth auch deswegen wichtig, um immer wieder eine züchterische Standortbestimmung für die besten Tiere der Herde zu bekommen und gleichzeitig Impulse für die weitere Entwicklung mitnehmen zu können. Als herausragender Erfolg in diesem Bereich ist zweifellos der Titel "Hessen-Champion" für den Herdenbullen "Casanova" festzuhalten, der die Herde mit seiner weiblichen Nachzucht stark geprägt hat. Neben der umfangreichen Direktvermarktung aus der Angusherde war und ist der Zuchttierverkauf im Betrieb Hoffarth ein wichtiges Standbein. Bedingt durch die starke Vorselektion gehörten die Jungbullen aus dem Betrieb in den letzten Jahren jeweils zur Spitzengruppe beim Fleischrindertag in Alsfeld und wurden nicht nur an hessische Züchter, sondern auch an Adressen aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland erfolgreich verkauft. Damit ist zwangsläufig die Top-Genetik aus diesem Zuchtbetrieb inzwischen überregional vertreten und die zur Zucht verkauften weiblichen Tiere haben zum Aufbau mancher Herde in Hessen bzw. den benachbarten Bundesländern beigetragen oder wurden in verschiedene Richtungen nach Süd- oder Osteuropa exportiert. Dieses war auch deswegen immer möglich, da die Fruchtbarkeit der Herde auf einem konstant sehr guten Niveau liegt und trotz der beachtlichen Aufstockung in den letzten Jahren immer weibliches Zuchtvieh für die Vermarktung zur Verfügung stand.

Ungeachtet der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Betriebes, der seit über 10 Jahren im Haupterwerb geführt wird, war und ist es für Dieter und Claudia Hoffarth selbstverständlich, sich in diversen Bereichen des Ehrenamtes zu engagieren. Dazu zählt die Vorstandsarbeit im Bereich der Pony- oder Anguszucht in Hessen, wie die Mitwirkung in wichtigen Gremien der Rinder- und Pferdezucht auf maßgeblichen Veranstaltungen durch Claudia Hoffarth in den zurückliegenden Jahren und die Beteiligung bei Jungzüchterveranstaltungen durch Felix und Malte Hoffarth über Jahre hinweg. Die aktive Entwicklung des gesamten Betriebes Hoffarth in allen Bereichen mit der besonderen Betonung auf die Anforderungen der artgerechten Tierhaltung, die seit langer Zeit umgesetzt wird, ist als beispielhaft anzusehen und ein maßgeblicher Grund dafür, dass vielfach Besuchergruppen auf dem Hof zu Gast waren und sehr viele positive Eindrücke mitnehmen konnten.

Grünhaupt, LLH Kassel

Staatsministerin Priska Hinz vergab den Staatsehrenpreis für besondere Erfolge in der Rinderzucht an Familie Dieter Hoffarth, Lohra.

Hessischer Staatsehrenpreis für Naturland Betrieb Eselsmühle

Landwirtschaftsministerin Priska Hinz zeichnet erfolgreiche Rinderzucht aus

Lohra – Die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz besuchte den Naturland Betrieb Eselsmühle in Lohra, um den Betriebsleitern Claudia und Dieter Hoffarth persönlich den Staatsehrenpreis für eine besonders erfolgreiche Rinderzucht zu überreichen. Der Betrieb im Landkreis Marburg-Biedenkopf wird damit für sein langjähriges Engagement in der nachhaltigen Nutztierhaltung ausgezeichnet. 

Seit 1991 bewirtschaften Dieter und Claudia Hoffarth die Eselsmühle in Lohra schon ökologisch, seit 2008 auch nach den ökologischen Richtlinien von Naturland. Damals stellten Hoffarths die Zuchtsauenhaltung ein und begannen mit der Zucht und Haltung von Angus-Mutterkühen. Angus-Rinder sind dafür bekannt, dass sie sehr umgänglich sind und anspruchslos in der Fütterung. Dazu sind sie genetisch hornlos, leichtkalbig, frühreif und besitzen eine hohe Milchleistung. Vor allem ihr Fleisch wird unter Gourmets besonders geschätzt, denn es ist zart und wunderbar marmoriert. Bei der Haltung achten Hoffarths besonders darauf, dass die Tiere artgerecht leben und sich viel bewegen können und gutes, selbstangebautes Futter erhalten. „Unsere Tiere sollen langsam wachsen und werden nicht mit Kraftfutter gemästet. Die Kälber bleiben acht bis neun Monate bei den Müttern und werden von deren Milch und Gras ernährt“, erklärt Dieter Hoffarth.

Für ihre besondere Leistung in der Zucht und nachhaltigen Nutztierhaltung wurden Claudia und Dieter Hoffarth jetzt mit dem Hessischen Staatsehrenpreis für Rinderzucht ausgezeichnet. Die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz ließ es sich nicht nehmen, den Ehrenpreis persönlich zu übergeben. „Die Tierzucht ist vorbildlich und der Betrieb ist in seiner vielseitigen Struktur ein innovativer ökologischer Betrieb und somit beispielhaft für den ökologischen Landbau in Hessen“, würdigte Priska Hinz die Arbeit der Familie Hoffarth. Insbesondere die tierzüchterischen Erfolge, die sich in den vielen erfolgreichen Körungen auf Tierschauen, darunter mehrfache Landessiegerkühe, Europasiegerinnen, hoch gekörte Bullen, Siegerbulle und Hessenchampion, widerspiegeln, seien ein ausschlaggebendes Kriterium für die Verleihung des Staatsehrenpreises gewesen.

Mit der Verleihung des Staatsehrenpreises werden herausragende Leistungen und Aktivitäten von Züchtern honoriert, die in der Vergangenheit in besonderer Weise zur positiven Entwicklung der organisierten Tierzucht in Hessen beigetragen haben. Dies gilt vor allem für die Weitergabe des in der Herdbuchzucht erreichten hohen züchterischen Standards an die breite Landeszucht. Die ausgezeichneten Zuchtbetriebe tragen damit zu einer nachhaltigen Verbesserung der tierischen Erzeugung in Hessen bei. Das hessische Landwirtschaftsministerium verleiht die Staatsehrenpreise dabei nach einem festgelegten Vergaberhythmus für die Bereiche Pferde-, Rinder-, Schaf-, Ziegen- und Schweinezucht.

Quelle Naturland.de

Link zum Original: www.naturland.de/de/naturland-home-de/251-naturland-news/presse-naturland/1840-hessischer-staatsehrenpreis-fuer-naturlandbetrieb-eselsmuehle.html

Oberhessische Presse vom 24.12.2015

Der Text noch mal zum lesen ;)

Bevor Fleisch von Angusrindern und Puten der
Familie Hoffarth auf dem
Teller landen, ist sichergestellt, dass die Tiere
artgerecht gelebt haben.


von Silke Pfeifer-Sternke


Lohra. Dieter und Claudia Hoffarth sind nicht zufrieden, wenn es den Tieren auf ihrem Hof Eselsmühle in Lohra schlecht geht. Die Agraringenieure stellten den landwirtschaftlichen Betrieb 1990 mit der Geburt des ersten Sohnes auf biologische Wirtschaftsweise um und sind dem NATURLAND Verband angeschlossen. „Bio ist kein Trend, man muss es leben“, sagt Claudia Hoffarth. Biohöfe hätten nichts Neues erfunden. Vielmehr wirtschaften Biolandwirte heute
so wie die Großeltern, nur mit der Unterstützung von Maschinen und moderner Technik.
Hoffarths haben nach dem Studium ihr Hobby zum Beruf gemacht. Der Arbeitstag beginnt im allgemeinen um 8 Uhr und endet während der Saison auch mal erst nach 16 Stunden – und das sieben Tage pro Woche. Trotz der vielen Arbeit bleibt immer auch Zeit, sich eine Auszeit zu nehmen. Gearbeitet wird, bis das Tagewerk erledigt ist. Während der Wintermonate wird es zwar ruhiger auf dem Hof. „Aber es ist immer etwas zu tun“, sagt Dieter Hoffarth.
Ende der 1980er-Jahre stellten Hoffarths die Zuchtsauenhaltung ein und begannen mit der Zucht und Haltung von Angus-Mutterkühen.

Bei der Haltung achten sie besonders darauf, dass die Tiere artgerecht leben und sich viel bewegen können und gutes, selbstangebautes Futter erhalten.„Unsere Tiere wachsen langsam, sie werden nicht mit Kraftfutter gemästet.

Die Kälber bleiben acht bis neun Monate bei den Müttern und werden von deren Milch, und Gras ernährt“, erklärt Dieter Hoffarth.

Irgendwann landen die Jungtiere, die nicht zur Zucht verwendet werden dann auf dem Teller.

Bis dahin sollen sie ein zufriedenes Leben gehabt haben. „Ich esse Fleisch nur, wenn ich das Tier vorher gekannt habe, oder weiß, dass es eine artgerechte Haltung hatte“,sagt Claudia Hoffarth, die sich auch als „Außer-Haus-Vegetarierin“ bezeichnet.

Ihr Motto lautet ohnehin: „Zurück zum Sonntagsbraten.“ Es werde zu viel Fleisch verzehrt und deshalb zu viel Billigprodukte angeboten, von denen der Verbraucher weder weiß wie die Tiere gelebt noch wie sie ernährt worden sind. Das geht zumindest immer zu Lasten der Tiere. Zu den Rindern sind Hoffarths damals über die Pferde gekommen, die schon immer auf dem Betrieb gehalten und gezüchtet wurden. „Pferde sind ganz miserable Weidetiere“, erklärt Claudia Hoffarth, „sie fressen sehr selektiv und dadurch entstehen viele Geilstellen, die jetzt aber von den Kühen gefressen werden.“

Angus sind genetisch hornlos, sehr umgänglich, anspruchslos in der Fütterung, leichtkalbig, frühreif und besitzen eine hohe Milchleistung. Vor allem ist ihr Fleisch ein echtes Gourmet-Fleisch, denn es ist zart und wunderbar marmoriert.

„Nicht umsonst hat mein Fleisch bei LECKER HESSEN die meisten Punkte erhalten“,lacht Claudia Hoffarth. Jedoch produzieren die Hoffarth`s nicht nur Fleisch, sondern sie züchten und verkaufen ihre Tiere europaweit: nach Spanien, in die Schweiz, nach Rumänien und sogar nach Aserbaidschan. Ehrenamtlich sind die Züchter in Interessengemeinschaften der Pferde und Rinder sehr aktiv. „Das ergibt sich als engagierter Züchter so“, sagt Claudia Hoffarth.

Das Angusfleisch wird in 15-Kilo-Portionen verkauft, ist ungefähr 10 Tage abgehangen und wird dann frisch zerlegt. Geschlachtet wird hofnah bei einem kleinen Metzgereibetrieb.
Als sie damals auf Bio umgestellt haben, wurden sie noch belächelt. Heute ist die Familie stolz darauf, dass „Lohra immer grüner wird“. Vieles an Wissen mussten sie sich selbst aneignen und auch aus Erfahrungen und Fehlschlägen lernen. Und manches klärte sich in einem
Fachgespräch mit anderen Bio-Pionieren. „Wenn ich Mist streue, dann füttere ich meine Mitarbeiter.“ Dieter Hoffarth meint die Regenwürmer, die dafür sorgen, dass sich der Boden
nicht verdichtet. Biolandwirte ernten auf derselben Fläche weniger, doch die Fruchtfolge ist viel abwechslungsreicher als in der konventionellen Landwirtschaft und der Boden wird nicht mit Pestiziden und chemischen Düngemittelnbelastet. „Man muss den Boden als Organismus ansehen“, sagt Dieter Hoffarth, „ihn pflegen und für die nachfolgenden Generationen erhalten.“
Auf ihrem Hof, der seit Generationen in Familienbesitz ist, leben Hoffarths relativ autark. Sie produzieren ihren Strom über Solaranlagen auf den Dächern, Heizen das gesamte Haus mit Holz aus dem eigenen Wald, eine Solarthermie-Anlage sorgt für warmes Wasser, und die
Wasserkraftanlage der ehemaligen Mühle versorgt das Haus mit Strom – seit 1985/1986.
Der Familienbetrieb ist immer bemüht, etwas zu verbessern, dennoch will Claudia Hoffarth „nicht jedes Geschäft mitnehmen“. Ideen werden aufgenommen und abgewogen auf ihre Umsetzbarkeit. Geld verdienen um jeden Preis kommt für sie nicht in Frage.

Die Putenhaltung und Vermarktung betreiben sie seit gut 20 Jahren.

Sie werden im Herbst (September/Oktober) geschlachtet und nur auf vorheriger Bestellung verkauft. Ein direktes Weihnachtsgeschäft mit Puten gibt es nicht .Wer vor Weihnachten anruft – und das sind nicht wenige –, den vertröstet Claudia Hoffarth auf das nächste Jahr. „Unsere Kunden sollten schon eine Gefriertruhe haben, aber dann haben sie das ganze Jahr über super leckeres Puten und Rindfleisch“, sagt sie. Das Putenfleisch beschreibt sie als mager, zart, schmackhaft und supersaftig. Erreicht werde dies bei den Puten durch hochwertiges Futter und die Bewegung. „Nicht nur der Geschmack ist wichtig, man muss auch mit einem guten Gewissen das Fleisch essen können“, sagt Hoffarth. Wenn man ein gutes Grundprodukt koche, benötige man keine Hilfsmittel zur Geschmacksverstärkung.
Ihre Grundeinstellung zur artgerechten Tierhaltung haben Hoffarths auch in den Pferdebetrieb übernommen. Die Pferde werden in einem Aktiv-Stall gehalten, leben in Gruppen, Stroh steht immer zur Verfügung und das Heu wird individuell per Chip über den Tag verteilt rationiert.

So ist der Raufutterfresser Pferd den ganzen Tag beschäftigt und in Bewegung.
„Alle Bedürfnisse der Pferde werden erfüllt“, sagt Claudia Hoffarth. Nur
so fühlt es sich für die fünfköpfige Familie richtig an.

„Landefenster“ für Lerchen entstehen im Acker

Um den Lerchen das Nisten im Getreide zu ermöglichen, legte Biobauer Dieter Hoffarth „Landebahnen“ in seinen Äckern an. Sie sollen helfen, den Rückgang der Populationen zu bremsen.

Ein ausrangiertes Fensterelement an einem Feldrand bei Lohra weist darauf hin, dass dort „Lerchenfenster“ im Acker angelegt wurden. An diesem Beitrag zum Arten- und Vogelschutz waren beteiligt (von links) Ökobauer Dieter Hoffarth, Felix Hoffarth, Wolfgang Heuser und Günter Krantz ( hockend ).

 Lohra. Normalerweise nistet die Lerche von April bis August auf Äckern, deren Gewächse maximal 50 Zentimeter hoch sind und der Bewuchs zudem „eher dünn“ ist. Normalerweise brüten die Steppenvögel zwei- bis dreimal im Jahr, wodurch sie ihre Gesamtzahl halten können.

Diese Häufigkeit sei heute nur noch Wunschdenken, berichtete Günter Krantz, Vorsitzender des Vereins für Vogel- und Naturschutz Lohra. Er, Gustav Gessner sowie Wolfgang Heuser, ebenfalls Mitglieder des Vereins wissen darum, dass die Lerche ein vom Aussterben bedrohter heimischer Singvogel ist. Gerne unterstützten sie daher eine Aktion zum Erhalt des „Himmelsvogels“ in ihrer Region.

Weil mit der Intensivierung der Landwirtschaft in Deutschland die Getreidebestände immer dichter wurden, bedeutet dies für die Lerche, dass nur noch die erste Brut im Getreidefeld stattfinden kann. Ab Mai, wenn das Korn schon höher und dichter steht, muss der Vogel auf Weg- und Feldränder ausweichen.

„Dort ist die Lerche und vor allem ihre Brut viel stärker von natürlichen Feinden, wie Fuchs, Marder, Wiesel oder Greifvögeln bedroht“, erzählte Gessner. Die Folge ist, dass die Bestände zusehends abnehmen.

„Lerchenfenster“ sind ein probates Mittel um diese Entwicklung zu stoppen. Diese Fenster sind kleine, künstliche Freiflächen im Acker, die der Feldlerche als Anflugschneise dienen. Von dort aus können die Vögel problemlos zu ihren im Getreide versteckten Gelegen gelangen. In England, dem Ursprungsland dieser Idee verdreifachten sich dadurch die Bestände innerhalb von fünf Jahren.

Biolandwirt Dieter Hoffarth unterstützt diese Aktion. In seinen etwa 30 Hektar Wintergetreide legte er 30 „Lerchenfenster“, jedes in der Größe von etwa 20 Quadratmetern an. „Das war keine große Arbeit und der Erhalt der Artenvielfalt und des natürlichen Gleichgewichts ist mir sehr wichtig“, betonte der Ökobauer.

Die Förderung der Nutzvögel sei schließlich sinnvoller als Schädlingsbekämpfung, so Hoffarth, der damit eine Aktion seines Ökoverbandes Naturland, der Hofpfisterei sowie des Landesbundes für Vogelschutz unterstützt.

In Lohra standen die Mitglieder des Naturkundehauses Damm, unter anderem Wolfgang Heuser und Günter Krantz, beratend zur Seite und freuten sich über den gelungenen Beitrag zum Vogel- und Artenschutz in ihrer Großgemeinde Lohra.

von Martina Becker

Quelle: http://www.op-marburg.de/Lokales/Hinterland/Landefenster-fuer-Lerchen-entstehen-im-Acker

 

 

 

 

 

Lohra: Lerchen bekommen Landebahnen in Lohra

Wenig Aufwand mit guter Wirkung für Vogelschutz und Bodengesundheit - so beschreibt Bio-Bauer Dieter Hoffarth von der Eselsmühle seine Lerchenfenster, die er zusammen mit dem Verein für Vogel- und Naturschutz Lohra angelegt hat.

 

Am Feldweg steht ein altes Fenster in der Landschaft und macht Spaziergänger auf das Lerchenschutzprojekt aufmerksam. Auffallen würden die "Fenster" für die Lerchen sonst nicht: Es sind einfach kleine Flächen im bestellten Acker, ungefähr sieben mal drei Meter groß, auf denen kein oder kaum Getreide wächst. Die Feldlerchen, die zwei bis dreimal im Jahr am Boden brüten, brauchen diese freien Flächen als "Landebahnen", erklärt der Vorsitzende der Vogelschützer in Lohra, Günter Krantz.

"Auch im Bioanbau stehen die Halme der heutigen Sorten so dicht, dass die Lerchen zum Landen gar nicht mehr dazwischen kommen", erklärt Hoffarth. Das müssen sie aber, um den Boden zu erreichen und dann im dichteren Bewuchs ihr Nest anzulegen.Weichen sie an Feld- oder Wegränder aus, werden ihre Gelege leicht Opfer von Bearbeitung, Fahrzeugen, Spaziergängern oder auch Beutegreifern wie Fuchs oder Marder.

Die Zahl der Feldlerchen mit ihrem tirilierenden Gesang beim Aufstieg in die Luft sei seit den 1960er Jahren überall in Europa stark zurück gegangen, berichtet Krantz. Nicht nur, dass die Intensivierung der Landwirtschaft ihnen den Raum nimmt, in den Getreideschlägen werden alle Insekten mit Pestiziden vernichtet und die Vögel finden dort keine Nahrung mehr, erklärt er.

Auch auf dem Grünland sei für die Lerchen kein Platz mehr, berichtet Hoffarth. "Früher wurde Ende Juni Heu gemacht, da hatten die Lerchen ihre erste Brut schon aufgezogen." Heute werde meist schon Anfang Mai das Gras für Silage geschnitten und dabei würden die Gelege vernichtet. "Und wenn es schlecht läuft, ist gerade, wenn das neue Nest mit dem Ersatzgelege so weit ist, die Zeit für den zweiten Schnitt schon da", erklärt er. So gehe der Bruterfolg der kleinen Sänger in der Kulturlandschaft immer weiter zurück.

"Als Biobauern setzen wir darauf, die nützlichen Tierarten zu fördern, statt die schädlichen zu vernichten", ergänzt Hoffarth. Deshalb hat er in 30 Hektar seiner Ackerbauflächen die Lerchenfenster angelegt, indem er hier nur sehr dünn gesät hat. Außerdem müssen die Lerchenfenster in möglichst großem Abstand zu den Fahrgassen und mindestens 25 Meter vom Feldrand entfernt angelegt werden, damit Raubtiere die Fenster nicht aufsuchen.

Für den Bauern geringer Verlust

So steht es auch in dem Rundschreiben des Anbauverbandes "Naturland", das Hoffarth auf die Idee brachte.

Die Vogelschützer haben bei der Auswahl der Flächen ihr Fachwissen eingebracht, beispielsweise auch auf Entfernung zu Bäumen oder Leitungsmasten geachtet, auf denen weitere Feinde der Feldlerche lauern: die Greifvögel.

In England, woher die Idee stammt, habe sich der Lerchenbestand auf den Probeflächen innerhalb von fünf Jahren verdreifacht, berichtet Hoffarth. "Und der Ernteausfall durch zwei Fenster pro Fläche beträgt gerade mal 0,4 Prozent. Man verliert vielleicht zwei oder drei Euro", sagt er. Das gleiche der Nutzen wieder aus, denn die Lerchen fräßen Schadinsekten. "Und für einen Jungvogel müssen die Eltern oft das eigene Körpergewicht in Nahrung an einem Tag heranschaffen", unterstreicht Krantz. Die Lerchenfenster hat Hoffarth nicht als Ausgleichsmaßnahme für irgendeinen Bau angelegt, sondern "einfach so". "Biobauern haben öfter mal Ideen, bei denen erst mal alle sagen, was für ein Quatsch", sagt er. "Das war bei unserem Wasserkraftwerk in der Salzböde oder den Solarzellen auf dem Dach auch so. Und heute macht das jeder." Die Landwirte seien die richtige Adresse für den Naturschutz, ergänzt seine Frau, die studierte Landwirtin Claudia Hoffarth. "Die können nämlich sofort etwas bewirken."

Quelle: http://m.mittelhessen.de/news-detail/artikel/lohra-lerchen-bekommen-landebahnen-in-lohra.html

 

 

 

 

 

Nele und Valuta erreiten Doppel-Trophy

Auf dem Gelände des Haupt- und Landgestüts Neustadt (Dosse) gewann Nele Hoffarth mit ihrer Welsh-Partbred-Stute Millstone Pony Valuta den Wettbewerb der Junioren sowie die Gesamtwertung.

Nele Hoffarth gewann bei der Welsh-Bundesschau in Brandenburg.

Lohra. „Junior Trophy“ und „Welsh Trophy“ heißen die Auszeichnungen, die die 15-jährige Nele Ende August mit nach Hause brachte. Für Familie Hoffarth war diese sportliche Leistung gleich zweifaches Glück. Zum einen hatte Tochter Nele damit die größte Auszeichnung der Welsh-Bundesschau gewonnen. „Hinzu kommt, dass wir damit jetzt das beste Pony in Zucht und Sport im Stall haben“, sagt Mutter Claudia Hoffarth. Zum diesjährigen 30-jährigen Gestütsjubiläum ist das ein „unglaublicher“ Erfolg.

Dabei sei der Anfang des Wettbewerbs alles andere als vielversprechend gewesen, erzählt Nele. Durch ein „kommunikatives Missverständnis“ zwischen Ross und Reiter wurde die Freizeitreiter-Rittigkeit ein Flopp. Gemeldet waren Nele und das sechsjährige, selbstgezogene Pony Valuta allerdings vorrangig für die „Junior Trophy“. Dieser Wettbewerb setzt sich aus den Platzierungs-Wertungen der verschiedenen Teilbereiche Dressur, Springen, Geländeprüfung, Trail und Zucht zusammen. Werden bei der Junior Trophy aus vier Teilbereichen die drei besten Platzierungen gewertet, so sind bei der großen Welsh-Trophy die Anforderungen wesentlich höher und strenger. Alle Platzierungen aus mindestens vier Teilbereichen gehen in die Wertung ein.

Für Nele ging es nach der vergeigten Rittigkeit direkt zur Geländeprüfung, die genau auf Zeit geritten werden musste und mit einigen Hindernissen gespickt war. „Ich kam nach dem Geländeritt schon mit einem guten Gefühl ins Ziel“, erzählt Nele. Dieses bestätigte sich am nächsten Morgen, an dem es Platz eins für diese Disziplin gab. Ein zweiter Platz im Elementarspringen und ein erster Platz im Trail sorgten für weitere wertvolle Punkte. Obendrauf setzte die junge Reiterin noch einen Sieg in der Sattelklasse. „Das ist eine sehr anspruchsvolle Prüfung an Pferd und Reiter“, erklärt Hoffarth. In der Prüfung wird in der Gruppe geritten, die einen Ausritt simuliert.

Es werden alle Gangarten – einschließlich starker Galopp – abgeprüft und vor allem Temperament und Rittigkeit des Pferdes beurteilt. Eine gerittene Einzelaufgabe, sowie ein Fremdreitertest gehören ebenfalls zur Bewertung der Sattelklasse. Hier ritt Nele in der Abteilung bis 21 Jahre gegen neun Mitstreiterinnen und Mitstreiter und überzeugte mit einer konzentrierten Vorstellung. Sie bekam die höchste Bewertung aus beiden Abteilungen. „Als absolute Krönung habe ich dann noch das Junior Handling gewonnen“, freute sich Nele. Dabei muss der Reiter sein Pferd in optimaler Verfassung einem Zuchtrichter vorstellen und perfekt präsentieren. Zur Siegerehrung habe es eine weitere große Überraschung gegeben. Nicht nur die erwartete Junior Trophy war gewonnen, sondern auch die „große“ Trophy ging an Nele und Valuta. „Die zwei sind das jüngste Team, welches die Gesamtwertung bislang gewonnen hat“, meinte Claudia Hoffarth.

von Martina Becker


Quelle: http://www.op-marburg.de/Lokales/Sport/Sport-lokal/Nele-und-Valuta-erreiten-Doppel-Trophy